Dirty Talk Fetisch

10. Dezember 2012 Allgemein

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dirtytalk

Wohl jeder hat es schon einmal praktiziert: Dirty Talk. Dirty Talk, zu Deutsch in etwa Schmutzige Gespräche, findet vermutlich in jedem zweiten Schlafzimmer statt. Nun ist die Verwendung von bestimmten Wörtern, unmoralischen oder vulgären Bezeichnungen wie zum Beispiel ficken, Schlampe oder dergleichen noch lange kein Grund zur Aufregung und erst recht kein Fetisch schlechthin. Wer durch eine spezielles Vokabular, bestimmter Reizworte oder unanständige Namen sexuell erregt wird, bei dem ist alles in bester Ordnung.

Dirty Talk ist vor allem eine ganz übliche sexuelle Praktik, kann aber außerdem ein ganz wichtiger Bestandteil eines Fetischs und sexuellen Rollenspiels und andererseits Fetischobjekt selber sein.

Dirty Talk im Rahmen eines sexuellen Rollenspiels kann in ganz unterschiedlichen Ausprägungen praktiziert werden. Je nach Art des Rollenspiels kommt hier eine Vielzahl an verschiedenen, erotisierenden Wörtern zum Einsatz. Spielt man beispielsweise den coolen Cowboy in Leder, die erfahrene Lehrerin oder auch eine unnahbare Nonne, so wird bei diesem Rollenspiel die entsprechende Szenesprache genutzt. Das betrifft vor allem auch das erotische Rollenspiel im Krankenhausumfeld (Klinik-Sex). Zum Dirty Talk zählt man darüber hinaus auch die Verwendung eines bestimmten Akzents oder Dialekts. Viele Männer stehen beispielsweise darauf, wenn ihre Sexualpartnerin einen französischen Akzent imitiert. Frauen wiederum mögen es vielleicht eher, wenn der Liebespartner italienisch spricht oder besonders poetische Ausdrücke nutzt. Großer Beliebtheit erfreut sich außerdem das gegenseitige Erzählen von sexuellen Phantasien oder erotischen Geschichten.

Dirty Talk muss nicht zwangsläufig mündlich und mit einem direkten Gegenüber erfolgen. Typischer Weise spielt Dirty Talk auch beim Telefonsex und beim Cybersex eine wichtige Rolle. Auch der Inhalt einer SMS, E-Mail, eines Chats oder eines herkömmlichen Briefes kann Botschaften enthalten, die den Partner sexuell erregen.

Dirty Talk spielt selbstredend auch in der BDSM-Szene eine ganz wichtige Rolle. Hier sind die Reizworte nicht minder fantasievoll, allerdings geht es wesentlich härter zur Sache. Das verwendete Vokabular ist bei BDSM-Spielen eher wirklich unmoralisch, deftig und vulgär. Es ist häufig auch politisch nicht korrekt und spielt mit Tabus und überschreitet moralische Schranken. So wird beispielsweise die Fäkalsprache benutzt, werden Befehle gegeben oder Beleidigungen und Beschimpfungen ausgesprochen.

Während Dirty Talk in all diesen geschilderten Spielarten ein gewöhnlicher bis außergewöhnlicher Bestandteil beim Sex ist, gibt es jedoch auch Menschen, deren sexuelles Erleben und Empfinden ausschließlich auf Gespräche und Texte mit sexuellen Inhalten fixiert ist. In diesem Fall spricht man tatsächlich vom Dirty Talk als Fetisch, der sogenannten Narratophilie.

Narratophile Menschen finden nicht nur den üblichen verbalen Austausch bestimmter Reizworte beim Sex erregend, sie können ausschließlich durch Unterhaltungen und/ oder Texte mit sexuellem Inhalt stimuliert und/ oder befriedigt werden. Zudem findet man bei Dirty Talk Fetischisten den Drang, sämtliche Gespräche in Richtung Sex zu leiten. Dass dies für die Gesprächspartner mit sexuellen Belästigungen verbunden ist, kann sich jeder vorstellen. Daher kann sich Narratophilie im Alltag, etwa im Büro oder auch bei privaten Feiern, für die Fetischisten wie die Gesprächspartner sehr unangenehme Nebenwirkungen haben und durchaus als sehr quälend empfunden werden.

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