Fußfetisch

18. November 2012 Allgemein

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Fußfetischismus bezeichnet die sexuelle Vorliebe und eine erhebliche erotische Resonanz in Bezug auf menschliche Füße. Im medizinischen Fachjargon wird dafür der Begriff der “Podophilie” verwendet, der aus den beiden griechischen Wörtern für “Fuß” und “Freundschaft” abgeleitet worden ist.

So eindeutig, wie der Begriff in sprachanalytischer Hinsicht strukturiert ist, so unterschiedlich sind jedoch die konkreten Ausprägungen des Fußfetischismus. So gesehen bildet Podophilie nur einen groben Überbegriff, der sich in eine Vielzahl weiterer, höchst individueller Neigungen einteilen ließe.Mancher Fußliebhaber ist von ganz spezifischen Regionen des menschlichen Fußes auf das Äußerste angetan. Besonders häufig werden die Zehen des Fußes als erotisch empfunden. Oftmals schätzen Fußfetischisten es, wenn sich an einem oder auch an mehreren Zehen ein kleiner Ring befindet (z.B. aus Gold oder Silber). Auch Nagellack unterschiedlicher Farben entfacht oftmals einen besonderen, zusätzlichen Reiz, der über die bloßen Zehen als solches noch hinausgeht. Dies ist jedoch nicht zwingend – im Gegenteil wünschen sich manche Fußfetischisten, dass das Objekt ihrer Lust sich so weit wie möglich in einem naturbelassenen, ungeschönten Zustand befindet. Jedes kleine Schmuckstück und sogar schon klarer Lack auf den Zehen wird dann eher als störend denn als bereichernd und sexy empfunden.Mitunter sind es jedoch andere Teile des Fußes, die sich der Aufmerksamkeit von Fußfetischisten erfreuen. Zum Beispiel wird der vielfach der Fersen und der Fußsohlen vielfach als sehr erotisierend empfunden, mitunter auch deswegen, weil sich vor allem im Fersenbereich oftmals eine leichte Hornhaut bildet. Die hierdurch erzeugte leichte Reibung kann als sehr genussvoll empfunden werden.Vor allem dann, wenn mit den Füßen eine erotische Stimulation des Geschlechtsteils erfolgt, unterscheiden sich die Geschmäcker im Detail ganz signifikant. Manche Männer mögen es, wenn sie dezidiert gerade mit den Zehen berührt und ggf. bis hin zum Orgasmus gebracht werden (sog. “toejob”). Andere empfinden demgegenüber die Stimulation durch die Fußsohlen als weitaus lustvoller (dann spricht man zumeist vom “footjob”). Eine dritte Gruppe von Fußfetischisten hingegen legt gar keinen gesteigerten Wert darauf, von den Füßen manuell erregt zu werden; Ziel ihres Begehrend ist vielmehr, ihr Ejakulat auf einem Fuß betrachten zu können, gleichgültig, wie die vorherige sexuelle Reizung ausgesehen hat.

Eine weitere Facette des Fußfetischismus hängt davon ab, ob der Fuß bevorzugt in die ein odere andere spezielle Bekleidung befasst sein sollte. Hierbei kommen in erster Linie dünne Nylon-Strümpfe in Betracht, weil sie den Blick auf das begehrte Körperteil kaum blockieren und sich die Form des Fußes unter der dünnen Strumpfschicht so gut sichtbar abzeichnet. Im Übrigen wird durch die zarte Stoffschicht das Gefühl des passiv stimulierten Teils nur geringfügig eingeschränkt. Wenn jedoch dickere Socken oder gar Schuhe im Spiel sind, so wird der Bereich des eigentlichen Fußfetischismus nahezu wieder verlassen und eher in den Bereich z.B. des Schuhfetischismus eingetreten.

Eine besondere Relevanz hat der Fuß als Sexualobjekt auch im Bereich des BDSM. Es gilt meistens als Zeichen von Erniedrigung und einem Über-/Unterordnungsverhältnis, wenn der “Sub” auf Geheiß des “Bottom” hin dessen Fuß küssen und lecken muss oder sich möglichst viele Zehen auf einmal in den Mund zu führen hat. Eine Unterart dieser “Spielpraktik” besteht darin, dass der dominante Part seine Füße nicht etwa wäscht und parfümiert, sondern im Gegenteil besonders schmutzige Füße hat (etwa durch absichtliches Barfußlaufen durch Zigarettenasche oder Hausstaub). Im Übrigen bieten die Füße auch eine sehr gute Möglichkeit, um dem masochistisch veranlagten Teil Schmerzen zuzufügen. Denn die Fußsohlen sind eine verhältnismäßig empfindliche Region, so dass mit kleinen, feinen und scharfen Schlägen auf sie viel ausgerichtet werden kann. Ferner kann zielgerichtetes und lange andauerndes Kitzeln der Fußsohlen eine Möglichkeit der “Folter” im Kontext des BDSM sein. Hier entsteht für den devoten Teil auf Dauer dadurch eine gewisse Qual, dass das Lachen mit der Zeit anstrengend wird und/oder die Haut an den Füßen durch die dauernde Reizung schmerzempfindlich geworden ist. Eine dritte Variante des Einsatzes von Füßen im Bereich des BDSM besteht im so genannten “Trampling”, bei dem ein Partner auf den anderen ganz oder teilweise draufsteigt und mit dem Körpergewicht (teilweise sehr starken) Druck ausübt.

Viele Fußfetischisten mögen überdies den Geruch von Füßen außerordentlich gerne. Ein ganz leichter, dezenter Geruch kann dabei je nach individueller Ausrichtung und Vorliebe ebenso begehrt sein, wie ein massiv riechender Fuß. Dies hängt allerdings auch stark mit dem jeweils getragenen Schuhwerk und der Schweißentwicklung zusammen; ggf. müssen künstliche Fasern über längeren Zeitraum getragen werden (z.B. Schuhe aus Fleece), damit die Schweißdrüsen genügend angeregt werden.

Im Übrigen wäre die Annahme verfehlt, dass Fußfetischismus prinzipiell nur mit einem Partner ausgelebt werden kann. Auch die eigenen Füße können Gegenstand der erotischen Anziehung sein und mit etwas gymnastischer Übung kann auch die Eigenstimulation höchste Lustgefühle bereiten. Hierin spiegelt sich eine Überlegung, die auch schon Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen ist: Fußfetischismus ersetzt nur für wenige Anhänger den Wunsch nach zwischenmenschlicher, ganzheitlicher Beziehung und Kommunikation. Der Fuß wird dementsprechend nicht zum alleinigen Bezugspunkt alles Denkens und aller Neigung nach Nähe und Interaktion. Vor diesem Hintergrund zeugt es von einer allzu oberflächlichen Betrachtungsweise, Fußfetischismus als “Perversion” o.ä. einzustufen.

Während Fußfetischismus manchmal belächelt wird, gerät leicht aus den Augen, dass es in der Geschichte eine Reihe sehr prominenter Beispiele für diese Vorliebe gibt. So war der bayerische König Ludwig I. im 19 Jahrhundert so sehr von den Füßen der Tänzerin Lola Montez begeistert, dass er eine Skulptur ihrer Füße aus Marmor anfertigen ließ. Ferner soll die russische Zarin Anna Leopoldowna im 18. Jahrhundert sechs Männer angestellt haben, deren Hauptaufgabenfeld darin bestand, ihr die Füße zu kitzeln. Aus der neueren Zeit bekennt sich z.B. der US-amerikanische Regisseur und Produzent Quentin Tarantino dazu, großer Anhänger weiblicher Füße zu sein. Dieses Thema verarbeitet er z.B. auch im Film “From Dusk till dawn”, wo langgezogene Kamerafahrten sehr genau die Schönheit des Damenfußes ins Bild setzen. Für seinen Klassiker “Pulp Fiction” gilt das ebenso.

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