Furzfetisch

22. März 2013 Allgemein

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Gestank Furz

Es ist Martin Luther, dem in Sachen Furzen gleich zwei berühmte Zitate zugesprochen werden. Sie lauten: „Warum rülpset und furzet Ihr nicht? Hat es Euch nicht geschmecket?“ und „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“. Damit schuf der berühmte Theologe unwissentlich wohl so etwas wie einen kleinen Leitfaden für alle Furzfetischisten, deren Vorliebe auch als Flatophilie bezeichnet wird. Der Begriff leitet sich dabei vom Lateinischen flatus für Furz und vom Griechischen philia für Anziehung ab. Im englischsprachigen Sprachraum und in der Szene wird gemeinhin auch nur vom Farting für Furzerei gesprochen.

Furzliebhaber praktizieren ihren Fetisch sowohl aktiv als auch passiv. Aktiver Farter lieben das Gefühl der Erleichterung, wenn ein Furz ihren Darm verlässt. Andere Fetischisten lieben den Eigengeruch und das Geräusch, das beim Furzen entsteht. Als passiver Furzfetischist wiederum wird man sexuell erregt, wenn man anderen beim Furzen zuschaut. Zudem genießen diese Fetischisten auch den Geruch und das Geräusch des Furzes ihres Partners und können davon gar nicht genug bekommen. Der passive Furzfetischist masturbiert oftmals während der Partner furzt.

Damit das Furzen auf Kommando überhaupt möglich ist, sind die Darmtätigkeit anregende Gerichte unter Furzfetischisten natürlich recht beliebt. Zwiebelkuchen, Sauerkraut, Blumenkohl oder Hefegebäck stehen hier ganz oben auf dem Speiseplan.

Furzfetischisten lieben die delikaten Winde ihres Partners auch „konserviert“ im Höschen. Hier finden sich dann auch wieder viele Duftwäschefetischisten unter den Furzfetischisten wieder.

Bestimmte Sexualpraktiken eigen sich für Furzfetischisten außerdem ganz besonders. Dass die 69-Stellung besonders beliebt ist, liegt in der Natur der Sache. Ebenso gerne wird auch das Facesitting, zu Deutsch das Gesichtssitzen, praktiziert. In der Szene spricht man auch vom Queening, wobei sich der Sexualpartner mit seinem Hintern oder auch Geschlechtsteil auf das Gesicht des anderen setzt. Je nach Intensität und Sitzposition wird Facesitting auch in SM-Kreisen getrieben.

Neben dem Duftwäschefetisch kann der Furzfetisch außerdem auch mit anderen Fetischen einhergehen. Relativ verbreitet ist die Fetischkombination Furz- mit Jeansfetisch. Hier trifft man dann beispielsweise auf die fetischistische Variante des Jeanssitting, also das Furzen in Jeans während des Facesitting.

Geruchsfetisch

Geruchsfetisch illustration

Wenn die Rede von Geruchsfetisch ist, geht es nicht um angenehme oder gar generell stimulierende Gerüche für die meisten Menschen wie etwa das Parfüm des Partners, Jasmin, Limette oder Moschus, sondern vielmehr um Gerüche, die man im Allgemeinen als eher unerfreulich betrachtet.

Geruchsfetischismus wird auch als Olfaktophilie bezeichnet, vom Lateinischen olfacere für riechen und vom Griechischen philos für der Freund. Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Geruchsfetischen. Einer der am meisten verbreiteten Geruchsfetische ist der Duftwäschefetisch, der sexuellen Lust an getragener Unterwäsche. Duftwäschefetischisten leben ihren Fetisch in der Regel alleine aus und masturbieren beim Riechen an getragenen Dessous. Wer es eine Spur derber mag, findet nicht nur den weiblichen (oder auch männlichen) Geruch faszinierend, sondern steht auch auf Natursekt oder sogar Kaviar im Höschen.

Andere Geruchsfetischisten fasziniert eher ein sehr starker Schweißgeruch. Das kann sich sowohl in einem Wäschefetisch zeigen als auch in einem Fetisch für getragene Strümpfe. Der Strumpffetischist steht neben dem intensiven Schweißgeruch auch auf bestimmte Materialien wie etwa Nylons oder Baumwollsocken.

Noch eine Spur heftiger geht es bei den Furzfetischisten zu. Flatophile Menschen empfinden selbst sexuelle Lust beim Furzen oder wenn der Partner delikate Winde fahren lässt. Natürlich spielt auch hier der Geruch eine wichtige Rolle. Ein Furzfetischist kann beispielsweise durch den Geruch eines Furzes so sehr erregt werden, dass er unmittelbar den Drang zur Selbstbefriedigung spürt und so zum Höhepunkt kommt.

Ähnlich außergewöhnlich ist der Kotzfetisch, bei dem die Fetischisten nicht nur Lustgewinn durch Erbrochenes oder durch das Erbrechen erzielen, sondern auch den Geruch von Kotze unglaublich erregend finden. Bei diesem Besudelungsfetisch geht es richtig zur Sache, wenn sich beispielsweise beide Sexpartner mit Erbrochenem übergießen („Römische Dusche“).

Zwei nette historische Anekdoten in Sachen Olfaktophilie noch zum Schluss. „Wasch Dich nicht mehr, ich komme bald zurück.“, soll Napoléon Bonaparte an Joséphine während seiner Ägypten-Expedition geschrieben haben. Und der Legende nach entwendete Goethe seiner Gespielin Frau Charlotte von Stein ein benutztes Mieder, um daran riechen zu können. Goethe und Napoléon – zwei berühmte Geruchsfetischisten?!?

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